>

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette

„Wir haben jede einzelne unserer Wertschöpfungsstufen nachhaltig im Blick: vom An- und Abbau unserer Rohstoffe über unsere lokalen Partner und Zulieferer weltweit, die Produktentwicklung und Optimierung unserer Herstellungsverfahren an den Symrise Standorten bis hin zum Vertrieb unserer Produkte an unsere Kunden und Konsumenten. Dabei orientieren wir uns an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.“


MARK BIRCH,
Head of Sustainability, Flavor

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zeichnen den Weg für eine nachhaltige Entwicklung und geben den Rahmen vor, was wir als Unternehmen leisten können und müssen, um auch zukünftig erfolgreich wirtschaften zu können. Aufgrund unserer breiten Aufstellung und unseres vielschichtigen Geschäftsmodells müssen wir letztlich alle Ziele im Blick behalten. Dabei ist uns bewusst, dass wir nicht alle gleichermaßen in Angriff nehmen können, sondern diejenigen in den Fokus rücken müssen, zu denen wir den wirkmächtigsten Beitrag leisten können. Im Jahr 2018 haben wir, auf Basis der SDG-Unterziele, sechs SDGs (8, 12, 13, 14, 15, 17) identifiziert, zu denen wir bei Symrise, gemeinsam mit unseren Partnern, mit Blick auf unsere Geschäftstätigkeit sowie hinsichtlich der Auswirkungen unseres Handelns auf Umwelt und Gesellschaft eine besonders große Wirkung erzielen können – entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette.

sdg-rad
17

17.16

Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern zu unterstützen.

17.17

Die Bildung wirksamer öffentlicher, öffentlich-privater und zivilgesellschaftlicher Partnerschaften aufbauend auf den Erfahrungen und Mittelbeschaffungsstrategien bestehender Partnerschaften unterstützen und fördern.

15

15.1

Bis 2020 im Einklang mit den Verpflichtungen aus internationalen Übereinkünften die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung der Land- und Binnensüßwasser- Ökosysteme und ihrer Dienstleistungen, insbesondere der Wälder, der Feuchtgebiete, der Berge und der Trockengebiete, gewährleisten.

15.5

Umgehende und bedeutende Maßnahmen ergreifen, um die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume zu verringern, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende zu setzen und bis 2020 die bedrohten Arten zu schützen und ihr Aussterben zu verhindern.

14

14.1

Bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung, insbesondere durch vom Lande ausgehende Tätigkeiten und namentlich Meeresmüll und Nährstoffbelastung, verhüten und erheblich verringern.

14.2

Bis 2020 die Meeres- und Küstenökosysteme nachhaltig bewirtschaften und schützen, um unter anderem durch Stärkung ihrer Resilienz erhebliche nachteilige Auswirkungen zu vermeiden, und Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung ergreifen, damit die Meere wieder gesund und produktiv werden.

13

13.1

Die Widerstandskraft und die Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern stärken.

13.2

Klimaschutzmaßnahmen in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbeziehen.

12

12.2

Bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen.

12.4

Bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus in Übereinstimmung mit den vereinbarten internationalen Rahmenregelungen erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich verringern, um ihre nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken.

12.5

Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern.

8

8.2

Eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, technologische Modernisierung und Innovation erreichen, einschließlich durch Konzentration auf mit hoher Wertschöpfung verbundene und arbeitsintensive Sektoren.

8.4

Bis 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen.

8.5

Bis 2030 produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Frauen und Männer, einschließlich junger Menschen und Menschen mit Behinderungen, sowie gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit erreichen.

8.8

Die Arbeitsrechte schützen und sichere Arbeitsumgebungen für alle Arbeitnehmer, einschließlich der Wanderarbeitnehmer, insbesondere der Wanderarbeitnehmerinnen, und der Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, fördern.

nachhaltigkeit-kette-1
acerola

Rohstoffe

Die globale Artenvielfalt ist für Symrise als Quelle von Inspiration und natürlichen Rohstoffen unabdingbar, um stetig neue Aromen, Düfte und weitere Produkte der Symrise Kundenindustrien zu kreieren. Die Bewahrung der Biodiversität und damit der Schutz natürlicher Lebensräume an Land und im Wasser stellt deswegen ein essenzielles Anliegen von Symrise dar. Als weltweit tätiges Unternehmen haben wir mit dem nachhaltigen Bezug unserer Rohstoffe, der Bewertung unserer Hauptlieferanten nach Nachhaltigkeitskriterien sowie unserem Engagement in internationalen Initiativen und Partnerschaften für Biodiversität und Lieferkettentransparenz einen starken Hebel, zur Erreichung der SDGs 14 und 15 beizutragen. Dabei achten wir nicht zuletzt auf die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiter, Partner und Zulieferer, um einen direkten Beitrag zu einem menschenwürdigen Wirtschaftswachstum gemäß SDG 8 zu leisten.

icon-sustainable-development

8.5
8.8

icon-sustainable-development

14.1
14.2

icon-sustainable-development

15.1
15.5

forschung

Produktentwicklung & Herstellungs­verfahren

Das Kerngeschäft von Symrise und seine Produkte sind aufs Engste mit nachhaltigen Produktionskreisläufen, der effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen, einer umweltgerechten Verwendung von Chemikalien bis hin zu verringerten Abfallmengen durch Vermeidung, Reduzierung, Recycling und Wiederverwendung verbunden. Dabei haben wir – gemeinsam mit unseren Partnern – insbesondere in der Produktentwicklungsphase direkte Einflussmöglichkeiten auf SDG 12. Als produzierendes Unternehmen einer energieintensiven Branche haben wir außerdem eine besondere Verantwortung und Hebelwirkung auf SDG 8 und 13 bei der Implementierung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, umfänglichen Klimaschutzmaßnahmen bis hin zu konkreten CO2-Einsparquoten in unseren weltweiten (Produktions-)Standorten.

icon-sustainable-development

8.2
8.4
8.5

icon-sustainable-development

12.2
12.4
12.5

icon-sustainable-development

13.1
13.2

Der Wissenstransfer und die Synergien zwischen dem eigenen Unternehmen, Lieferanten, politischen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Partnern vor Ort sind Grundlage der Geschäftstätigkeit von Symrise und somit aller unserer Aktivitäten.

icon-sustainable-development

17.16
17.17

katze-frau

Kunden & Konsumenten

Die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse nach Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden ist das zentrale Anliegen von Symrise. Über unsere nachhaltigen Produktlösungen im Sinne von SDG 12 und 13 (siehe vorherige Wertschöpfungsstufe) tragen wir damit Verantwortung und haben zugleich Einflussmöglichkeiten – über unsere eigenen Standorte hinaus – auf zukunftsfähige Konsummuster und Verhaltensweisen unserer Kunden und Konsumenten.

icon-sustainable-development

12.2
12.4
12.5

icon-sustainable-development

13.1
13.2

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette –
Menschenrechte im Fokus

„Der Aufbau verantwortungsvoller und transparent rückverfolgbarer Lieferketten ist für uns eine wichtige Geschäftsgrundlage. Dabei haben wir – im Sinne des globalen Nachhaltigkeitsziels SDG 8, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – neben dem ressourceneffizienten und -schonenden Umgang mit der Natur unsere menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten gegenüber unseren Mitarbeitern und Partnern weltweit im Blick. Über unser freiwilliges Engagement hinaus machen wir uns für eine rechtliche Grundlage in Form eines Lieferkettengesetzes stark und begrüßen die jüngsten politischen Entwicklungen zum Thema.“


Dr. Helmut Frieden,
Corporate Sustainability

helmut-frieden
Dr. Helmut Frieden, Vice President Corporate Sustainability bei Symrise, ist überzeugt: Die Herkunft der Waren nehmen Verbraucher sehr ernst. Deshalb hat die Beschaffung von nachhaltigen Rohstoffen eine zentrale Bedeutung für unseren langfristigen Unternehmenserfolg.
nachhaltigkeit-kette-2

Natürliche Rohstoffe bilden vielfach die Basis unserer Produkte – und unseres langfristigen Geschäftserfolgs. Bei deren Beschaffung sind wir auf eine artenreiche Umwelt sowie auf die Zusammenarbeit und das Vertrauen der lokalen Gemeinschaften und Kleinbauern angewiesen. Dies ist eng verknüpft mit der Achtung der Menschenrechte sowie der Sicherstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und -rechte für all unsere direkten und indirekten Beschäftigten – mit besonderem Fokus auf vulnerable Gruppen vor Ort wie Frauen und deren Familien oder Behinderte. Zu deren Achtung hat Symrise sich ausdrücklich verpflichtet, siehe unsere Positionspapiere zu Menschenrechten und ethischer Beschaffung sowie die Erklärung zu Menschenhandel und Sklaverei. Unsere Lieferanten müssen dafür einen Verhaltenskodex unterzeichnen, der neben transparenten Angaben zur Rohstoffquelle auch Faktoren wie Menschenrechte, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit und Integrität beinhaltet. Als Mitglied von SEDEX ist es uns möglich, die Leistungen unserer Hauptlieferanten nach diesen Faktoren sowie zusätzlichen ethischen Kriterien zu bewerten. Bis 2025 haben wir uns zum Ziel gesetzt, alle strategischen Rohstoffe aus in diesem Sinne nachhaltig erzeugten Quellen zu beziehen.

icon-sustainable-development

8.5
8.8

nachhaltigkeit-kette-3

Innovation ist eine Kernkompetenz unseres Geschäfts. Unsere Mitarbeiter und Partner weltweit schaffen durch den produktiven Einsatz umweltschonender Chemie und neuer Technologien sowie eine rohstoffeffiziente Herstellung tagtäglich die Basis für neue, nachhaltig erfolgreiche Produkte und Konsummuster. Die Product Sustainability Scorecard illustriert diese Fortschritte. Dabei ist für uns Diversität in unseren Teams, Gleichbehandlung und gleichwertige Teilhabe unserer Beschäftigten selbstverständlich – beispielsweise durch eine geschlechtsunabhängige Entlohnung. Das integrierte Managementsystem unserer Personalpolitik beruht auf den Vorgaben der konzernweit verbindlichen Norm Social Accountability 8000 (SA 8000), basierend auf den Konventionen der International Labour Organization (ILO), der Universal Declaration of Human Rights sowie der UN-Konvention für Kinderrechte. Um Chancengleichheit auch an prominenter Stelle vorzuleben, haben wir uns bis 2025 zum Ziel gesetzt den Anteil von Frauen auf der ersten, globalen Führungsebene unterhalb des Vorstands auf mindestens 30 %, auf der zweiten, globalen Führungsebene auf mindestens 45 % zu erhöhen. Langfristiges Ziel ist außerdem ein Frauenanteil von 20 % im Vorstand.

icon-sustainable-development

8.2
8.5
8.8

nachhaltigkeit-kette-4

Trends wie dem Wunsch unserer Kunden und der Verbraucher nach natürlichen, nahrhaften Inhaltsstoffen und unter fairen Bedingungen hergestellten Produkten kommen wir über unsere Produktlösungen verantwortungsvoll und effektiv nach – und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zu nachhaltigeren Konsummustern. Über die Richtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP), unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen stellen wir für Kunden und Konsumenten zudem höchste Produktsicherheits- und Qualitätsansprüche sicher.

Gemeinsam für Menschenrechte

Symrise engagiert sich in der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) und hat sich im Juli 2020 in einem gemeinsamen Statement für die Erarbeitung eines nationalen Lieferkettengesetzes durch die Bundesregierung auf Basis der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie für den Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) ausgesprochen. In dem Bündnis setzen sich insgesamt 33 Firmen und Organisationen für verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang ihrer Lieferketten ein – und damit für mehr Rechtssicherheit und gleiche Wettbewerbsbedingungen, die über freiwillige Initiativen hinausgehen. Die Initiative wurde 2018 auf Anregung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet und wird durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) ausgeführt.

gemeinsam-fuer-menschenrechte

Rohstoffe

Die Grundlage unserer Produkte bilden natürliche Rohstoffe. Für ihren Bezug ist eine artenreiche Umwelt ebenso wichtig wie die vertrauensvolle Beziehung zu lokalen Gemeinschaften und Kleinbauern – das zeigt sich insbesondere auch in Krisenzeiten. Beides fördern wir in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen und durch den engen Austausch mit unseren Partnern und lokalen Gemeinschaften.

nachhaltigkeit-kette-5

Resiliente Lieferketten als
Investment

Die Corona-Pandemie hat die globalen Lieferketten auf den Prüfstand gestellt und uns die Bedeutung von Resilienz und Krisensicherheit vor Augen geführt. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Union Investment hat diese Relevanz schon frühzeitig erkannt. „Wir sind stets an langfristigen Investitionen interessiert. Hier ist Symrise für uns die richtige Wahl“, erklärt Arne Rautenberg, Portfoliomanager Aktien bei Union Investment. Bei den Investitionsentscheidungen spielen die drei Faktoren Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance, ESG) eine immer wichtigere Rolle.

Mit Blick auf Symrise ist die Beschaffung zentral – in der Lieferkette liegt der wesentliche ESG-Fußabdruck.
Arne Rautenberg,
Portfoliomanager Aktien bei Union Investment

Rautenberg geht davon aus, dass die ESG-Faktoren auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestärken diese Entwicklung“, so Rautenberg. Die Pandemie habe Trends wie die Digitalisierung oder einen verantwortungsbewussten Konsum beschleunigt und die Bedeutung krisenfester Lieferketten unterstrichen. Auch bei Symrise liegt ein wichtiges Augenmerk auf einer Verbesserung der Bedingungen in der Rohstoffbeschaffung. „Das Unternehmen will künftig 100 % seiner Lieferanten nach Nachhaltigkeitskriterien analysieren. Dieses Ziel begrüßen wir.“ Trotzdem sieht Rautenberg weiteren Handlungsbedarf: „Wir wünschen uns, dass Symrise die guten Partnerschaften mit den Lieferanten noch stärker nutzt, um ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern.“ Denn der Dialog und gemeinsame Bemühungen könnten zu langfristigen Verbesserungen führen, von denen alle Seiten profitieren.

3 Fragen an Maria Julia Oliva, Stellvertretende Direktorin und leitende Koordinatorin für ABS und Politik bei UEBT

julia-oliva

Gemeinsam für eine verantwortungsbewusste Beschaffung

Als erstes Aromen- und Duftstoffunternehmen ist Symrise seit 2018 globales Mitglied der Union for Ethical BioTrade (UEBT). Die gemeinnützige Organisation fördert eine Beschaffung, bei der die Menschen und die biologische Vielfalt mit Respekt behandelt werden. Gemeinsam mit UEBT arbeitet Symrise daran, seine Lieferkette ökologisch und sozial nachhaltig zu gestalten.

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen
wie Symrise mit Blick auf die Biodiversität in ihren Lieferketten?

Die Nachfrage der Verbraucher nach natürlichen Rohstoffen wächst – jedoch beeinträchtigt der Verlust der biologischen Vielfalt ihre Verfügbarkeit. Entscheidend sind langfristige und transparente Partnerschaften mit Lieferanten. Ein gutes Beispiel sind die Aktivitäten von Symrise auf Madagaskar: Im Zusammenspiel aus Forschung und den engen Beziehungen zu den Menschen vor Ort arbeitet das Unternehmen daran, die Bedingungen im Vanille-Anbau zu verbessern. Solche Initiativen sind wichtig, auch wenn sie Zeit, Ressourcen und ein starkes Commitment der Unternehmensleitung erfordern.


Welche Rolle spielen dabei soziale Aspekte?

Die sozialen und ökologischen Gegebenheiten in den Lieferketten sind direkt miteinander verknüpft – die Menschen sind Teil der Biodiversität! Bei UEBT arbeiten wir mit unseren Mitgliedern daran, die Natur durch die ethische Beschaffung natürlicher Inhaltsstoffe zu bewahren und zu regenerieren und damit eine bessere Zukunft für uns Menschen zu sichern. Dazu zählen faire Preise für lokale Lieferanten, die Achtung der Menschenrechte, die Unterstützung der lokalen Entwicklung und die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette. Dieser ganzheitliche Ansatz ist zentral, um die Herausforderungen anzugehen.


Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf für Symrise?

Angesichts der Biodiversitätskrise muss schneller mehr getan werden – das gilt auch für Symrise. In den unzähligen Lieferketten weltweit muss der biologischen Vielfalt, regenerativen Praktiken und existenzsichernden Löhnen und Einkommen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wir freuen uns, Symrise auf diesem Weg zu unterstützen.


Produktentwicklung & Herstellungsverfahren

Bei der Entwicklung unserer Produkte und in den Herstellungsverfahren haben wir Nachhaltigkeitsaspekte explizit integriert – von einer klimafreundlichen Produktion und dem umweltgerechten Einsatz von Chemikalien über Ressourceneffizienz und geringe Abfallmengen bis zur Wiederverwendung von Nebenprodukten sowie neuen Verpackungsalternativen. Dafür wenden die Symrise Mitarbeiter innovative Lösungsansätze an und denken diese fortlaufend weiter.

nachhaltigkeit-kette-6

Kreislaufwirtschaft in der
Fischzucht

Garnelen gehören neben Erdöl und Bananen zu den wichtigsten Exportprodukten von Ecuador. Da einige Abnehmer die Shrimps ohne Kopf und Schale wollen, werden die Tiere direkt nach dem Fangen in den Fabriken vor Ort geschält. Über fünf Tonnen Shrimps-Reste kommen so im Monat zusammen. „Diese Rückstände waren für die Industrie bis vor einigen Jahren ein großes Problem“, sagt Hiroshi Ozeki, Leiter der Business Unit Aqua für die Regionen Latein- und Nordamerika. „Sie landeten nicht selten auf nahegelegenen Feldern.“ Es musste eine umweltverträgliche Lösung her.

„Wir sahen in den Fangresten weniger ein Problem als eine Chance“, sagt Ozeki. Vor allem die Köpfe der Shrimps stecken voller Nährstoffe. So entwickelten die Experten der Business Unit Aqua ein Verfahren, um aus den Garnelenresten einen hochwertigen Inhaltsstoff für Fischfutter herzustellen. Das Ergebnis: das nahrhafte Pulver Actipal HP 1. Es erhält die Gesundheit der Fische, hat eine lange Haltbarkeit und ist leicht zu transportieren – ideal für die Bedürfnisse der Fischfutterhersteller.

Insbesondere bei der kommerziellen Zucht weist Actipal HP 1 klare Vorteile auf: Durch den hohen Nährwert müssen Fischfarmer weniger Wildfang verfüttern. Der Inhaltsstoff in den Futterpellets lockt die Tiere an und sie nehmen das Futter auf, bevor es auf den Grund sinken und zu einer Umweltbelastung werden kann. Hiroshi Ozeki ist überzeugt: „Mit Actipal HP 1 tragen wir dazu bei, die kommerzielle Fischzucht langfristig nachhaltiger zu gestalten.“

Mit Actipal HP 1 tragen wir dazu bei, die kommerzielle Fischzucht langfristig nachhaltiger zu gestalten.
Hiroshi Ozeki,
Leiter der Business Unit Aqua für Latein- und Nordamerika
garnelen

Milch auf pflanzlicher Basis

Immer mehr Menschen meiden heutzutage Milch und greifen im Supermarkt zu alternativen Produkten auf pflanzlicher Basis. Die Gründe sind vielfältig: „Seit etwa zehn Jahren wächst in den westlichen Ländern das Bewusstsein für gesunde Ernährung“, erklärt Renaud Allaire, Global Account Director bei Symrise. Gleichzeitig stieg das Bewusstsein für Tierwohl. „Und als dritter Punkt wächst seit ein paar Jahren die Sorge vor dem Einfluss von Viehzucht auf die globale Erwärmung“, sagt Allaire.

Um eine höhere Akzeptanz von pflanzlichen Milchalternativen in der breiten Bevölkerung zu erreichen, muss der Geschmack stimmen. „Ich höre oft das Vorurteil, pflanzliche Milchalternativen würden nicht schmecken. Das ist komplett falsch. Viele Menschen in Europa und den USA mögen Mandelmilch, ebenso Getränke aus Nüssen oder Cerealien“, sagt Allaire. In der Asien-Pazifik-Region seien Reisdrinks sehr populär.

Neben dem Zusammenspiel von Aroma und Ausgangsmaterial kann Symrise auch die Wahrnehmung des Produkts im Mund beeinflussen – indem Rezeptoren unerwünschter Geschmackstöne blockiert werden. Wir haben es zudem geschafft, das Verfahren auf Neurorezeptoren im Gehirn anzuwenden, die die Intensität von Geschmackserlebnissen beeinflussen. „Das ist sozusagen die Magie unserer Industrie“, sagt Allaire. Ziel ist es, nicht nur Veganer, sondern auch die Flexitarier von pflanzlichen Alternativen zu überzeugen. Dafür reicht nicht das perfekte Aroma allein, auf das Gesamterlebnis eines Nahrungsmittels kommt es an. Zudem muss der Preis angemessen und die Lieferkette nachhaltig sein.

Seit etwa zehn Jahren wächst in den westlichen Ländern das Bewusstsein für gesunde Ernährung.
Renaud Allaire,
Global Account Director bei Symrise
koch

Kunden & Konsumenten

Der Austausch mit unseren Kunden und Konsumenten ist für uns zentral. Weltweite Trendstudien und Befragungen helfen uns dabei, die Bedürfnisse der Verbraucher zu kennen, zu verstehen und unsere Produkte entsprechend zu gestalten. In Zusammenarbeit mit unseren Kunden arbeiten wir an Verbesserungen in der Lieferkette und nachhaltigeren Produkten – und entwickeln uns gemeinsam weiter.

nachhaltigkeit-kette-7
Die Pandemie hat uns wachgerüttelt: Interventionen bei denjenigen Gemeinschaften in unserer Wertschöpfungs­kette, die ohnehin schon gefährdet waren, sind jetzt genauso notwendig wie zuvor.
David Pendlington,
Global Sustainable Sourcing Director bei Mars Wrigley

Gemeinsam mit Kunden für
nachhaltigere Minze

Lange und stabile Geschäftsbeziehungen können nachhaltige Veränderungen in der gesamten Lieferkette herbeiführen. Das beweist die Zusammenarbeit zwischen Symrise und seinem Kunden Mars.

2017 hat Mars das Programm Shubh Mint ins Leben gerufen, um die Bedingungen der Minzebauern in Uttar Pradesh, Indien, zu verbessern. Neben vielen anderen Organisationen wie auch der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist auch Symrise Teil des Projekts. „Nur durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Symrise können wir die Herausforderungen in der Lieferkette im großen Maßstab angehen, um wirklich etwas zu bewirken, indem wir finanzielle Ressourcen und Unterstützung mobilisieren und skalieren”, so Jeremy Schifeling. Im Ergebnis hat die öffentlich-private Partnerschaft 4,5 Mio. € für programmatische Investitionen ermöglicht.

Das Programm konzentriert sich auf die Verringerung des Wasser-Fußabdrucks in den Anbaugebieten und die Erhöhung der Erträge und damit des Einkommens der Landwirte. „Außerdem arbeiten wir eng mit den Frauen in Uttar Pradesh zusammen, um ihr Selbstvertrauen durch finanzielle Bildung zu stärken. Die dahingehend gestärkten, selbstbewussten Frauen können somit fundierte Entscheidungen für den Lebensunterhalt ihrer Familie treffen“, erklärt Meenal Bahirwani, Sustainable Sourcing Manager bei Mars Wrigley in Indien. Im vergangenen Jahr hat die Corona-Pandemie das Team rund um Shubh Mint vor neue Herausforderungen gestellt. „Wir konnten keine persönlichen Trainings mehr durchführen“, so Schifeling. „Doch wir haben schnell reagiert und Lösungen entwickelt, um den Farmern die Unterstützung zu geben, die sie brauchen.“ So wurden Whats-App-Videos, Telefonanrufe und Textnachrichten zur neuen Normalität.

Wir teilen gemeinsame Werte – beispielsweise unser beider Commitment zu den SDGs. Mit den gleichen Zielen vor Augen können wir eine größere Wirkung für die gesamte Branche erzielen
Jeremy Schifeling,
Sustainable Sourcing Manager bei Mars Wrigley

Konsumentenwünsche kennen und nachhaltig bedienen

dr-dariah-lutsch

Symrise legt großen Wert darauf, seine Produkte nach den Bedürfnissen der Konsumenten zu gestalten. Frau Dr. Dariah Lutsch, Research Manager der Abteilung Sensory & Consumer Insights EAME gibt einen Einblick in ihre Arbeit und die Welt der Konsumenten.

Frau Dr. Lutsch, woher kennen Sie und Ihr Team die Vorlieben der Verbraucher?

Um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Konsumenten richtig zu verstehen, führen wir regelmäßig Verkostungen, Befragungen und Trendstudien durch. Auf Basis der Ergebnisse folgen wir einem standardisierten Prozess: Die Produktentwicklung wird entsprechend angepasst und neue, bedürfnisorientierte Lösungen werden entwickelt.


Worauf achten die Konsumenten eigentlich bei der Produktauswahl?

Wir konnten drei Kerntreiber identifizieren, die dem Verbraucher besonders wichtig sind: der Geschmack, der Preis und die Marke. Aber auch Nachhaltigkeitsaspekte sind bedeutend, wenn es um die Beliebtheit eines Produkts geht. Wie wichtig diese eingestuft werden, hängt aber stark von der Produktkategorie, vom Markt und vom einzelnen Konsumenten ab. Perspektivisch wird die Komponente Nachhaltigkeit aus der Nische wohl noch stärker im Mainstream ankommen – wenn es schmeckt und der Preis stimmt.


Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Präferenzen der Verbraucher?

Es sind bereits veränderte Konsummuster zu beobachten. Viele Menschen haben gerade jetzt das Bedürfnis nach Sicherheit und Gesundheit. Das befördert den Trend hin zum vermehrten Konsum von regionalen Produkten, alternativen Proteinen und natürlichen Nahrungsmitteln.


Weitere Stories >

card-image

Nachhaltigkeitsbilanz

Symrise orientiert sich im Rahmen der Berichterstattung über seine nichtfinanziellen und nachhaltigkeitsbezogenen Leistungen am internationalen Standard der Global Reporting Initiative (GRI).

Die Story lesen >
card-image

Unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung

Mit unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllen wir die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) in der Fassaung der „GRI Standards“ (2016) inklusive der jüngsten Updates aus den Jahren 2018, 2019 und 2020.

Die Story lesen >
card-image

Nachhaltig systematisch

Symrise geht Nachhaltigkeit systematisch an. Auf Basis unserer Wesentlichkeitsanalyse ermitteln wir regelmäßig zentrale Themen, die für unser Geschäft sowie hinsichtlich unserer Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesellschaft und unsere Stakeholder von Bedeutung sind.

Die Story lesen >
card-image

Ziele und Management unserer Nachhaltigkeitsthemen

Ziele und Management unserer Nachhaltigkeitsthemen

Die Story lesen >