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Reine
Geschmacks­sache

Innovation, Entwicklung & Klima

Damit die Tiere in Aquakulturen gesund sowie nahr- und schmackhaft gefüttert werden können, braucht es gut funktionelle Bestandteile im Futter. Im neuen Aqualis Testcenter von Diana Aqua in Thailand arbeiten die Forscher und Entwickler täglich an Innovationen und Verbesserungen bestehender Produkte.

Farmer rund um die Welt produzieren in ihren Aquakulturen Süß- und Salzwasserfische sowie Krebstiere, um die ständig wachsende Nachfrage der Kunden zu stillen. Der Markt ist riesig: Im Jahr 2019 wurden weltweit 33,5 Millionen Tonnen Zuchtfisch aus Aquakulturen verkauft. Damit sich die Tiere gut entwickeln können, ist – neben der Wasserqualität und den äußeren Bedingungen wie der Temperatur – die Ernährung entscheidend. Die Diana Aqua Geschäftseinheit aus dem Symrise Nutrition Segment liefert an die Futtermittelhersteller hochqualitative Stoffe, die den Unterschied machen: natürliche Lösungen, die die einfachen pflanzlichen Grundzutaten in nahr- und schmackhaftes Futter verwandeln. Zugleich schaffen die Ingredienzen noch etwas anderes. Sie ersetzen zum Teil das Fischmehl in den Futtermitteln, das die Tiere zum Fressen animiert und vielfach aus frischem Fisch produziert wird. Für den werden wiederum rund 15 Millionen Tonnen des Wildfangs genutzt, der dann nicht mehr für die Menschen zur Verfügung steht – von den ökologischen Folgen ganz zu schweigen.

Die Produkte, die Diana Aqua vor allem in Frankreich, Costa Rica, Ecuador und Thailand produziert, sind komplex. „In ihnen steckt eine Menge Forschung“, sagt Fabio Soller, der mit seinem Team in der Nähe der thailändischen Hauptstadt Bangkok für das Unternehmen das neue Entwicklungszentrum Aqualis aufgebaut hat. In dem 1.000 Quadratmeter großen, weißen Gebäude mit blauen Stahlstreben schwimmen in 96 Tanks und Aquarien Shrimps und Tilapia. Letzterer ist ein Buntbarsch, der in den Küchen der Welt immer beliebter wird – etwa 6,8 Millionen Tonnen kommen jährlich auf den Markt. „Wir können hier gleichzeitig zwei Dutzend Versuchsreihen fahren, um unsere Produkte und die der Wettbewerber auszuprobieren“, erklärt Fabio Soller, der als Technical Director seit 2018 für Diana Aqua in Asia Pacific arbeitet. „Diese Versuche dauern jeweils zwischen zehn und 14 Tagen.“

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Die „Produkte“ sind im Fall von Diana Aqua zum Beispiel die sogenannten Palatibilitäts-Verstärker, die den Tieren die Nahrungsaufnahme schmackhafter machen. Um sie herzustellen, werden die Nebenprodukte aus der Schalentier- und Fischverarbeitung in der Lebensmittelproduktion verflüssigt oder zu Pulver verarbeitet – andernfalls würden sie zu Fischmehl verarbeitet oder gar entsorgt. In diesem Prozess, für den Enzyme unter klar definierten Vorgaben eingesetzt werden, entstehen Peptide aus Proteinen. Diese werden den Produkten der Futtermittelhersteller in einem Anteil zwischen 0,5 und 2 % beigegeben. Sie machen das Futter für die Tiere in den Aquakulturen besonders attraktiv. „Man muss sich das so vorstellen, als wenn wir Menschen ein Brot ohne Butter oder eine Suppe ohne Gewürze essen“, sucht Soller einen einfachen Vergleich. Dabei geht es immer um drei Hauptfaktoren: Wie lassen sich das Überleben, die Futteraufnahme und das Wachstum der Tiere positiv beeinflussen?

Ein eigenes Testcenter hatte Diana Aqua in Asien, wo 89 % der weltweiten Aquakulturen betrieben werden, bisher nicht. Zuvor hatte das Unternehmen mit Hochschulen zusammengearbeitet. Nun gibt es viel mehr Kapazitäten für Tests, die den Kunden direkt gezeigt werden können. Außerdem kann Diana Aqua flexibler auf die Kundenwünsche reagieren und eigene Innovationen testen. „Wenn wir den Geschmack des Futters mit unseren Palatibilitäts-Verstärkern verbessern, können wir zum Beispiel die Futteraufnahme der Zuchttiere um einen hohen Prozentsatz steigern“, berichtet Soller. Zusätzlich zum Indoor-Testcenter unternimmt Diana Aqua weiterhin auch Versuche in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und direkt bei den Aqua-Farmern. „Wir zeigen ihnen praktisch und auch wissenschaftlich, wie sie von besseren Palatibilitäts-Verstärkern im Futter profitieren.“

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Das gesamte Aqualis System baut dabei auf Nachhaltigkeit. Die Versuchstiere werden nicht, wie es häufig üblich ist, nach den Testreihen getötet, sondern an kleine Farmen in der Umgebung verkauft. „Oft haben unsere Mitarbeiter oder ihre Familien kleine Betriebe, die die Tiere gerne nehmen, um sie weiter zu füttern und danach zu verkaufen“, sagt Fabio Soller. Die 50 Beschäftigten, die im Testcenter und in der benachbarten Fabrik arbeiten, profitieren auch von einem weiteren Baustein: Ein kleiner Teil des Wassers, in dem die Fische oder Shrimps schwimmen, muss regelmäßig gewechselt werden. Dazu wird die gesamte Wassermenge durch Filter geleitet und am Ende wieder in das Kreislaufsystem der Becken zurückgegeben. Die ausgefilterten Nährstoffe und Futterreste landen in einem Kanal und dienen dort als Nährstoffe für verschiedene Gemüsesorten. Das Verfahren, im Fachjargon Aquaponik genannt, verbindet die Aufzucht von Fischen in Aquakultur und von Nutzpflanzen mit Hilfe von Hydrokultur. „Momentan haben wir Salate, Grünkohl und Pak Choi angebaut“, sagt Fabio Soller und ergänzt: „Unsere Mitarbeiter können die Produkte kostenlos mit nach Hause nehmen. Wenn sie wollen, können sie auch kleine Summen spenden. Die gehen dann wiederum an ein Charity-Projekt für Kinder.“ Nicht zuletzt steht das Gebäude für Effizienz, vor allem in Sachen Energie: Die erhitzte Luft entweicht über das Dach, Frischluft strömt durch die offenen Seiten hinein, so dass keine Klimaanlage nötig ist. Außerdem ist alles mit energiesparenden LEDs beleuchtet – und für 2021 ist der Einbau einer Solaranlage zur Stromerzeugung geplant.

Ein Ende der Versuche ist übrigens nicht in Sicht. Dafür sorgen neue Vorschriften, aber auch alternative Zutaten für das Futter oder Produktionsverfahren bei den Futterherstellern. „Wenn diese ihre Produkte und Prozesse optimieren, müssen wir ebenfalls unsere Produkte anpassen“, sagt Fabio Soller. Außerdem ist der Markt überaus dynamisch. So werden momentan auch neue Rohstoffe ausprobiert. „Wir prüfen zum Beispiel Proteine aus Insekten“, erklärt Fabio Soller. „Dazu gehört die Schwarze Soldatenfliege, deren Larven man auf Essensresten aufwachsen lassen und daraus dann hydrolysierte Produkte herstellen kann. Auch das ist ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.“

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