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Auf dem Weg zur
umweltfreundlichen Fabrik

Klima & Gute Unternehmensführung

In Kolumbien war Diana Pet Food, eine der Geschäftseinheiten von Symrise Nutrition, bisher nur mit einer Verkaufsniederlassung vertreten. Im Jahr 2020 hat das Unternehmen dort nun auch ein Werk eröffnet – und zwar eines mit Vorzeigecharakter. Die einzigartig umweltfreundliche Produktion stößt deutlich weniger CO2 aus als vergleichbare Anlagen. Und das ist nur eine von vielen nachhaltigen Eigenschaften der hochmodernen Fertigung. Ein Blick hinter die Werktore.

An der langen und breiten Zufahrtsstraße stehen ältere Industriegebäude. Kastige, einfarbige Bauten, die rein zweckdienlich errichtet wurden. Andere hingegen sind neuer, haben saubere Fassaden aus Blech. Und dann rückt das neue Diana Pet Food-Werk ins Blickfeld, in dem für Tierfutterprodukte Futterakzeptanz-Verstärker und Inhaltsstoffe für die Gesundheit und Ernährung hergestellt werden. Ein Bau mit großen Scheiben sowie grauen Wänden und Zwischendecken, die mit Bambusrohren verkleidet sind. Der Naturstoff an der Fassade deutet bereits an, warum die Fabrik besonders ist. Diana Pet Food hat hier, 30 Kilometer nördlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, eine in allen Belangen umweltfreundliche Fertigung gebaut. Ihre Entstehungsgeschichte zeigt, dass auch ambitionierte Ideen in die Realität umgesetzt werden können, wenn die Partner es wirklich wollen.

fabrik
Beim Bau der neuen Fabrik in Kolumbien legte Diana Pet Food viel Wert auf natürliche Baustoffe und auch reichlich Grün innerhalb des Gebäudes.

Aus einer Idee wird ein Projekt: Am Anfang, im Jahr 2015, stand das Programm „Future Generation“. Symrise bringt junge Führungskräfte aus dem gesamten Konzern zusammen, um konkrete Projekte zu bearbeiten. Einer von ihnen war Fernando Putrino, damals als Operations Manager für die Fabriken in Lateinamerika verantwortlich. Seit August 2020 ist er General Manager für die Pet Food-Geschäftseinheit in Brasilien. „Es kamen zwei Dinge zusammen: Wir wollten sowieso eine Fabrik in Kolumbien bauen, um den wachsenden Markt in der Anden-Region von dort aus bedienen zu können“, sagt der Produktionsexperte. „Außerdem hatte Symrise sich schon länger auf den Weg gemacht, nachhaltiger zu produzieren. Diese beiden Ansätze haben wir miteinander verknüpft.“

Viel Erfahrung dafür gab es nicht. Bisher, so erzählt es Fernando Putrino, hat das Unternehmen nur im großen Umfang Maßnahmen in bestehenden Fabriken umgesetzt, um etwa den CO2-Ausstoß zu minimieren, oder sich auf einzelne Nachhaltigkeitsziele bei neuen Werken zu fokussieren. „Wir wollten aber eine ganzheitlich nachhaltige Produktion entwickeln, vom Bau über die Versorgung und die Produktion bis hin zu den Produkten selbst“, sagt Fernando Putrino. Mit Claus Oliver Schmidt als Mentor, der bei Symrise als Vice President für die weltweite Qualitätskontrolle und das Innovationsmanagement verantwortlich ist, startete er mit den drei Kollegen Catherine Orain, Edison Diaz und Jenny Weissbrodt im Jahr 2016 eine Konzeption, basierend auf sechs Kriterien. „Wir haben das Energiemanagement, die Abfall- und Wasserwirtschaft, das Gebäudemanage­ment, die Lieferkette sowie die soziale Gerechtig­keit analysiert und uns Maßnahmen überlegt, wie wir in diesen Bereichen immer nachhaltiger werden können.“

Wir haben uns dafür entschieden, ein Ort für die Bildung und für das Netzwerken zu werden.
Fernando Putrino
General Manager bei Diana Pet Food

Auf dem Weg zur umweltfreund­lichen Fabrik

Die einzigartig umweltfreundliche Produktion stößt deutlich weniger CO2 aus als vergleichbare Anlagen. Entdecken Sie diese und weitere nachhaltige Eigenschaften der hochmodernen Fertigung.

Die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern sorgt für kurze Transportwege. Außerdem werden nur Hühnerprodukte verarbeitet, was die Umwelt deutlich weniger belastet als Mischproduktionen.
Die neue Fabrik ist umweltfreundlich gebaut und setzt unter anderem auf erneuerbare Energien.
50 % des benötigten Brauchwassers werden wiederaufbereitet und im Kreislaufsystem zurück in die Produktion geführt.
Rund 15 Kubikmeter Regenwasser können gesammelt und dann für die Sanitäranlagen genutzt werden.
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Die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern sorgt für kurze Transportwege. Außerdem werden nur Hühnerprodukte verarbeitet, was die Umwelt deutlich weniger belastet als Mischproduktionen.
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Die neue Fabrik ist umweltfreundlich gebaut und setzt unter anderem auf erneuerbare Energien.
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50 % des benötigten Brauchwassers werden wiederaufbereitet und im Kreislaufsystem zurück in die Produktion geführt.
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Rund 15 Kubikmeter Regenwasser können gesammelt und dann für die Sanitäranlagen genutzt werden.

Ein Ergebnis: Insgesamt ist der CO2-Ausstoß der hochautomatisierten Anlage, in der nur rund 20 Menschen arbeiten, um ein Drittel im Vergleich zu ähnlichen Werken gesunken. Dazu trägt zum Beispiel die Stromversorgung bei. Auf dem Dach sind 240 Solarkollektoren installiert, die 13 % der benötigten elektrischen Energie erzeugen. „In Phasen, in denen wir nicht so viel verbrauchen, speisen wir den Strom ins öffentliche Netz ein“, sagt Christophe Salaün. Ein anderer Schwerpunkt ist das Thema Wasser: „Wir haben, wie viele Fabriken, einen hohen Bedarf, um zum Beispiel Dampf zu erzeugen oder Prozesse zu kühlen“, beschreibt der General Manager in Kolumbien. Er war von Anfang an eingebunden, kennt das Werk in- und auswendig. „Um nicht die städtischen Wasserwerke belasten zu müssen, haben wir einen 170 Meter tiefen Brunnen gebohrt. Damit können wir das Grundwasser nutzen.“ Mit einer eigenen Wasseraufbereitungsanlage wird zudem die Hälfte des Brauchwassers wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Außerdem nutzt Diana Pet Food gesammeltes Regenwasser für die Sanitäranlagen.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen einschätzen und auch kontrollieren zu können, hat Diana Pet Food mit einer Öko-Design-Matrix gearbeitet, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mit ihr kann bewertet werden, wie ökologisch die Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette hergestellt werden. Dabei vergleichen die Nachhaltigkeitsexperten für einzelne Produkte verschiedene Faktoren miteinander: den Wasserverbrauch, die Landnutzung, den Ausstoß von CO2 und Feinstaub, die Versauerung von Boden und Wasser, den abiotischen Ressourcenverbrauch – also zum Beispiel die Nutzung fossiler Brennstoffe – und die Anreicherung des Ökosystems mit Nährstoffen. „An den einzelnen Stellschrauben können wir drehen und so herausfinden, wie wir die Produkte nachhaltiger machen können“, sagt Christophe Salaün.

Ein Ergebnis ist zum Beispiel, dass die in Kolumbien hergestellten und in der Anden-Region vertriebenen Produkte kürzere Transportwege haben und damit nachhaltiger sind als die importierten Waren aus Argentinien, wo Diana Pet Food ebenfalls ein Werk betreibt. Zudem bezieht das Unternehmen auch seine Rohmaterialien – Reststoffe aus der Hühnerfleischproduktion, die von Menschen nicht mehr verzehrt werden – aus der direkten Umgebung. „Wir geben so vielen kleinen Unternehmen die Chance, ihre Produkte zu verkaufen und dabei eine langfristige Beziehung zu uns aufzubauen“, erklärt der Franzose, der seit 18 Jahren für Diana Pet Food in Kolumbien arbeitet.

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interior-eu

Das Werk wurde nach den strengen Standards von „Leadership in Energy and Environmental Design“ (LEED) gebaut, die das U.S. Green Building Council 1998 entwickelt hat. Wegen der Corona-Pandemie hat sich der Zertifizierungsprozess verzögert. Das Unternehmen rechnet im ersten Quartal 2021 mit dem Bescheid, welche Qualitätsstufe der Bau erreicht hat. Das ist umso beeindruckender, weil im Vergleich zu Bürogebäuden, Hotels oder Lagerhallen nur eine verschwindend geringe Anzahl von Industrieanlagen LEED-zertifiziert wird.

Zurück nach draußen, noch mal ein Blick auf das Gebäude. Die Wände und Dächer sind begrünt. Je nach Außentemperaturen und Luftfeuchtigkeit wirken sie wärmedämmend oder kälteisolierend. Außerdem, das erklärt Fernando Putrino, stammten viele Baumaterialien wie die Fenster, der Beton oder die Verkleidungen aus der Umgebung. Das viele Glas hat übrigens nicht nur den Zweck, das Gebäude luftig und leicht wirken zu lassen. Weil es viel Tageslicht hineinlässt, macht es die Fabrik transparent. „Das ist volle Absicht, denn wir wollen auch etwas für die Gesellschaft tun. Wir haben uns dafür entschieden, ein Ort für die Bildung und für das Netzwerken zu werden“, betont Putrino, der auch auf 500 von Diana Pet Food gepflanzte Bäume in der direkten Umgebung verweist. Ein gläserner Korridor im Obergeschoss gibt die Sicht auf die Produktion frei. „Wir laden hier zum Beispiel Schulen oder Hochschulen ein, damit sie sich ein Bild von einer solchen Fertigung machen können. So etwas gibt es in Kolumbien nicht so häufig.“

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