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2030:
Klima­positiv

Klima

Symrise stellt in der gesamten Wertschöpfungskette die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der Geschäftsstrategie und will so im Jahr 2030 klimapositiv werden. Der Weg dahin ist lang und hochkomplex, wie ein Einblick in die Klimaaktivitäten zeigt.

An mehr als 100 Standorten weltweit ­benötigt Symrise Strom, Gas und Dampf für die Produktion. Die einzelnen Anlagen unterscheiden sich dabei massiv. Manche stellen im Jahr mehrere Zehntausend Tonnen eines Stoffes mit energieintensiven Prozessen her, andere mischen wertvolle Inhaltsstoffe im Kilogrammbereich, was kaum Energie verbraucht. Sämtliche Prozesse überprüft das Unternehmen im Rahmen seiner Klimastrategie. Das Ziel: Ab 2030 will Symrise klimapositiv sein. Auf dem Weg dorthin hat Symrise als Zwischenziel ausgegeben, bis 2025 die Ökoeffizienz im Bereich der Treibhausgas-Emissionen um 63 % zu steigern.

Um die Ziele zu erreichen, hat Symrise die Energieverbräuche nach den Scopes des Greenhouse Gas Protocols aufgeteilt – also nach den Energieverbräuchen, die das World Resources Institute (WRI) und das World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) in drei Bereiche unterteilt haben. Zu Scope 1 zählen Energien wie Öl, Gas und Wärme, die Energiedienstleister an das Unternehmen liefern, zu Scope 2 der Strom, den das Unternehmen selbst erzeugt oder von Stromlieferanten bezieht, und zu Scope 3 sämtliche übrigen Emissionen, die bei der Rohstofferzeugung oder zum Beispiel beim Transport von den Zulieferern und zu den Kunden entstehen.

Symrise ist eines der ersten zehn Unternehmen in Deutschland, das der Initiative „Science Based Targets“ beigetreten ist und es orientiert sich an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

Scope 1, 2 und 3

Um die Ziele des Scope 1 zu erfüllen, hat Symrise an vielen Stellen die Energie- und Prozesseffizienz verbessert, etwa in den Menthol-Produktionen in Holzminden und in Bushy Park/USA oder auch bei den Aroma-Molecules-Werken in Colonel Island und Jacksonville in den USA. Für den Scope 2 stellt Symrise überall, wo es geht, auf erneuerbare Energien um. So bezieht das Unternehmen seit 2018 den gesamten externen Strom in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Dasselbe Ziel hatte sich Symrise bis 2025 für alle weltweiten Standorte gesetzt, aber schon vorzeitig im Jahr 2020 erreicht, um einen Beitrag gegen den sich verschärfenden Klimawandel zu leisten. Dazu kauft Symrise zertifizierte Herkunftsnachweise, mit denen etwa eine Windkraftanlage an der Deutsch-Polnischen Grenze aufgebaut wird – und investiert also indirekt in den Ausbau erneuerbarer Energien.

Den Scope 3, also die Energie, die zur Herstellung von Rohstoffen eingesetzt wird, und die Logistik zu den Werken hat sich Symrise ebenfalls vorgenommen. Der Einkauf von Rohstoffen macht fast die Hälfte des Umsatzes von Symrise aus, die CO2-Emissionen aus der Rohstoffherstellung sind für ungefähr 92 % des Scope 3 verantwortlich. Symrise hat deswegen die Lieferanten aufgefordert, eigene Energie- und Klimaziele zu definieren. Mittlerweile hat das Unternehmen 87 % von ihnen erreicht und durch das gemeinsame Bemühen innerhalb der Flavor- und Fragrance-Industrie dazu beigetragen, mehr als 3 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2020 einzusparen.

landschaft

Gut kompensiert

An einigen Stellen lassen sich auch heute bestimmte Ausstöße von Klimagasen noch nicht verringern. Diese kompensiert Symrise durch Klimazertifikate. Diese funktionieren nach dem Prinzip, dass Treibhausgas-Emissionen, die an den Produktionsstandorten nicht vermieden werden können, zumindest an einem anderen Ort der Welt verhindert werden. Dabei achtet das Unternehmen streng darauf, nur Zertifikate zu kaufen, die dort etwas bewirken, wo Symrise tätig ist. Das hat zwei Vorteile: Die Projekte können besser überprüft werden und die Mitarbeiter und die Bevölkerung in der Region haben direkt etwas von den Maßnahmen.

In Brasilien etwa bezieht Symrise die Zertifikate von der Jari Foundation, die im Amazonas-Regenwald ein Projekt zu nachhaltigem Waldmanagement unterstützt. Dies verringert die Abholzung der Wälder, die für die CO2-Speicherung in Form von Biomasse weltweit an Bedeutung gewinnen. Jährlich spart das Projekt insgesamt 115.000 Tonnen CO2-Ausstoß ein. Auf Madagaskar hingegen unterstützt Symrise mit den Zertifikaten das Ankeniheny-Zahamena-Korridor-Projekt, dass das komplexe Ökosystem der Insel schützt.

Durch den Holzeinschlag für den Export oder für die Holzkohleproduktion sowie durch die Brandrodung, um dort Lebensmittel anzubauen, verschwinden die Wälder. Das Projekt bekämpft die armutsbedingten Ursachen der Entwaldung und unterstützt Gemeinden finanziell.

Ständig überprüft

Sein Engagement lässt Symrise durch verschiedene Organisationen testieren, gleichzeitig beteiligt sich das Unternehmen an entsprechenden Initiativen. Sehr früh, als 61. Unternehmen weltweit, hat sich der Konzern zum Beispiel dazu bekannt, die Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit auf wissenschaftlicher Basis bestätigen zu lassen. Symrise ist eines der ersten zehn Unterneh­men in Deutschland, das der Initiative „Science Based Targets“ beigetreten ist und es orientiert sich an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Außerdem muss es das Engagement in den vier Bereichen Umweltschutz, Mitarbeiter und Gesellschaft, Rohstoffbeschaffung und nachhaltige Innovationen und die damit verbundenen nichtfinanziellen Kennzahlen jährlich zertifizieren lassen, das schreibt der Gesetzgeber vor.

Im Jahr 2020 hat Symrise darüber hinaus vom Carbon Disclosure Project (CDP) in den drei Kategorien Wasser, Wald und Klima die Bestnote bekommen, als eines von zehn der 9.600 Unternehmen, die die Nichtregierungsorganisation weltweit überprüft, und als einziges in Deutschland. Außerdem engagiert sich Symrise mit 34 anderen Organisationen – davon etwa die Hälfte aus der Wirtschaft – in der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten. Diese setzt sich dafür ein, dass Firmen verbindliche Sorgfaltspflichten beachten und ihre Materialflüsse und Warenströme nachhaltiger gestalten sollen. Symrise begrüßt die jüngsten politischen Entwicklungen in diesem Bereich.

Von den kleinen &
großen Ideen

bernhard-kott
Bernhard Kott ist Senior Vice President Corporate Communications und seit Januar 2020 auch Chief Sustainability Officer von Symrise.

Chief Sustainability Officer Bernhard Kott erklärt im Interview, welche Nachhaltigkeitsziele Symrise verfolgt und wie der Weg dahin funktioniert: nur durch ein gemeinsames Engagement auf allen Ebenen des Unternehmens.

Herr Kott, wenn ein Unternehmen nachhaltig wirtschaften will, darf es nicht nur Ziele ausrufen, sondern muss diese auch im Unternehmen verankern.
Wie machen Sie das bei Symrise?

Um die gesamte Belegschaft mitzunehmen, haben wir neben unserem Sustainability Board und den Nachhaltigkeitsverantwortlichen in allen Geschäftsbereichen auch ein Botschafter-System eingeführt. Das weltweite Ambassador-Netzwerk, in dem mittlerweile mehr als 120 Mitarbeiter wirken, bringt viele kleine und große Ideen in unser Unternehmen, aber auch in die Gemeinden rund um unsere Standorte. Im Jahr 2020 haben wir innerhalb des Netzwerks viele Videokonferenzen mit jeweils Dutzenden Teilnehmern abgehalten, mit deren Hilfe wir das Wissen aus der einen in die andere Geschäftseinheit übertragen.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen?

Symrise geht gerade massiv das Thema Abfallvermeidung an. Wir werden zum Beispiel bis Mitte 2021 Einwegplastik weitgehend aus dem Unternehmen verbannen und bis 2025 ausschließlich nachhaltige Materialien einsetzen. Diese Ziele werden wir auch in unsere Nachhaltigkeitsbilanz schreiben, damit sie nachvollzieh- und überprüfbar werden. Beim Plastik haben wir im vergangenen Jahr enorme Fortschritte gemacht und viele Ansätze dazu kamen direkt aus den Geschäftseinheiten.

Was hat sich im Detail verändert?

Unsere Mitarbeiter testen kontinuierlich neue Produkte, zum Beispiel Aromenlösungen oder auch Pürees und Pulver, die wir aus Gemüse oder Obst herstellen. Dafür haben sie bisher immer Plastikbecher bzw. -löffel genutzt. Wir haben nun rund um die Welt Projekte gestartet, mit großem Erfolg: In Holzminden nutzen die Mitarbeiter nun zum Beispiel kompostierbare Pappbecher anstatt jährlich 400.000 Plastikbecher. In Brasilien werden jährlich fast 700.000 Plastiktassen eingespart, in Frankreich 20.000 Plastik- durch wiederverwendbare Löffel ersetzt. Und in Indonesien verwenden die Mitarbeiter eigene Becher, um die Anzahl der Plastikflaschen zu reduzieren. Das ist nur eine Auswahl der Projekte, die übrigens sowohl von oben – also durch konzern- oder auch standortweite Entscheidungen – als auch von unten durch einzelne Mitarbeiter angetrieben wurden. Ein anderes Projekt sorgt dafür, dass wir mehr nachhaltige Verpackungen nutzen, wie zum Beispiel Papier- statt Plastiktüten oder auch große Fässer anstelle von kleinen Kanistern. Das geht nur in Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern und Kunden.

Vom Kleinen ins Große: Welche Ziele stehen im Kern der Nachhaltigkeitsagenda von Symrise?

Wir wollen fortwährend und langfristig unsere ESG-(Environmental, Social, Governance)-­Performance verbessern, also die Themen Umweltschutz, soziales Engagement und gute Unternehmensführung. Dafür gibt es viele Beispiele, die wir auch hier im Unternehmensbericht sehen. Ganz oben steht für uns etwa der Erhalt der biologischen Vielfalt. Wir nutzen enorm viele Rohstoffe aus der Natur und setzen auf Rückwärtsintegration. 90 % unseres Einkaufsvolumens soll bis 2025 aus verifiziert nachhaltigen Quellen stammen, unsere strategischen Rohstoffe sollen komplett rückverfolgbar werden. Dafür engagieren wir uns schon seit Jahren, auch direkt in den Herkunftsländern.

Gleichzeitig wachsen Sie, was ja auch zu erhöhten CO2-Emssionen führt.

Wir werden sogar sehr dynamisch größer, gerade in den Schwellenländern mit steigendem ­Einkommen. Deswegen strengen wir uns doppelt an: Wir müssen die Auswirkungen der steigenden Verkäufe ausgleichen und gleichzeitig die Treibhausgas-Emissionen in unserer Wertschöpfung minimieren. Um das zu erreichen, sorgen wir für immer höhere Energieeffizienz in unseren Produktionen. So ist unser Ziel, ab 2030 klimapositiv zu sein, absolut realistisch und umsetzbar.

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